Samstag, 21. Februar 2015

Eine "kleine Vertikale" am Weinpalaver im Caffètino Vino in Richterswil

Freunde, Wein geniessen ist einfach gut. Punkt.

Und ein wenig Probieren, Experimentieren, Vergleichen ... auch.

Am nächsten Weinpalaver im Caffètino Vino in Richterswil machen wir eine kleine Vertikale.

Eine was?

Also, wir vergleichen denselben Wein aus ein paar verschiedenen Jahrgängen. Ist der Wein unterschiedlich? Schmeckt er immer gleich? Spürt man die Jahrgangsunterschiede und die Reife? Schmeckt gar ein älterer Jahrgang jünger als der Jüngere?

Und dann noch eine spannende Frage: reift der Wein in den grossen Magnum Flaschen anders als in Normalflaschen?

Das Weinpalaver ist ein Treff von Weinliebhabern, die gerne Wein geniessen, sich darüber unterhalten ... eben palavern.

Wir probieren ein paar schöne Nebbiolo aus dem Langhe im Piemont. Und nebst der Vergleichsdegustation geniessen wir sicher noch einen reifen Barbaresco ... versprochen!

Wer noch einen der letzten Plätze reservieren will:  Anmeldung im CV

Es wird spannend ... und genussvoll. Ich freue mich jetzt schon.

Montag, 16. Februar 2015

Bedeutungslos gut!

Eine Kleinflasche Bordeaux. Mehrere hatte ich vor ein paar Jahren genossen. Die kleine 0.375 l Flasche ist lange unberührt im Keller gelegen und endlich wieder einmal auf den Tisch respektive ins Glas gekommen.

Einer dieser unbekannten Cru Bourgeois - einer von Vielen. Und Bordeaux überzeugt immer wieder:

Château Clément-Pichon 1998 - Haut Médoc

Im Glas ein schönes, dichtes Purpurrot, das wenig vom Alter verrrät. Im Bouquet erst verhalten, etwas verschlossen. Mit zwei Stunden Luft tut er sich auf und entwickelt enorm schöne Noten. Rote und schwarze Beeren, schwarze Schokolade, ein Hauch Kakao, schöne warme und süsse Gewürznoten, die an Weihnachtsgebäck erinnern. Im Gaumen zeigt er sich weich, am Anfang der Reife jedoch mit viel Frucht. Eine schöne, angenehme Fruchtsüsse. Auch hier wieder Gewürznoten, rund und harmonisch. Die Kleinflasche, die etwas schneller reift als eine Normalflasche, zeigt sich von der besten Seite. 17-17.5/18 BAP und jetzt auf dem Genuss-Höhepunkt.

Schade, dass ich nur noch ein Fläschchen davon habe. Einer dieser unbekannnten, bedeutungslosen Bordeaux ... aber gut. Sehr gut sogar!

Samstag, 14. Februar 2015

Wer sagt denn ...

... dass Weisswein unbedingt jung getrunken werden soll?!?

Natürlich gibt es die bedeutungslosen, wässerigen Weissweine. Die halten kaum ein paar Monate in der Flasche. Solche möchte ich allerdings auch nicht jung im Glas haben - nein danke.

Etwas anderes an diesem Wintertag - ein reifer Weisswein:

Domaine Verena Wyss - Les Perdreaux - Roussanne 2011

Im grossen Burgunderglas serviert, gelbgoldene Farbe, Tränen am Glas - schön. Im Bouquet ein vielschichtiges Aroma, Terroir - Lehmboden, mineralische Noten, Steinfrüchte, ein Hauch orientalischer Noten, exotische Früchte. Im Gaumen dicht, vollmundig, wiederum feine mineralische Noten, eine schöne Frische, erinnert an exotische Gewürze - Kardamon, feine Ingwernoten, etwas weisser Pfeffer, Steinfrucht - frische Pfirischnoten. Tolle Aromatik, er zeigt sich mit "warmen Noten" und trotzdem in einer Frische mit einer balancierenden Säure. 17.5-18/20 BAP. Jetzt geniessen bis 2017.

Dieser Weisswein wird aus alten Reben gewonnen, konzentriert, voll, harominisch. Ausgebaut im Stahltank und im 600 Liter Holzfass. Ein Weisswein, der auch in der kalten Jahreszeit viel Freude macht.

Mittwoch, 4. Februar 2015

Ehre wem Ehre gebührt!

Heute bei mir zu Gast ein lieber Gast mit Jahrgang 1986.

Was liegt näher als wieder einmal einen 1986er zu öffnen?

Château Poujeaux 1986 - Moulis-en-Médoc - Grand Vin de Bordeaux

Château Poujeaux - bekannt, beliebt und immer wieder ein Genuss: der Kellermeister bringt es auf den Punkt:

"Château Poujeaux, c’est du soleil en bouteille" - Daniel Bercion - Maître de chai à Poujeaux depuis 1982

Im Glas ein schönes, strahlendes Rubinrot mit Purpur im Kern. Jugendlich in der Erscheinung. Im Bouquet warme Noten wie ein schöner Spätsommertag. Ein Hauch Orangenblüte, Caramel, Kakao, Rosen, Kräuter, schwarze Kirschen. Im Gaumen frisch mit einer feinen, eleganten Säure. Angenehm im Antrunk von mittlerer Statur. Viel Fruchtsüsse, Blutorangen, feine Tannine, Würze, Tabak, dezente Lakritzenoten. Ein toller Essenbegleiter und ein Genusserlebnis. Kein Hauch von Alter. Der hat noch einmal ein paar Jahre Potenzial. 18/20 BAP - jetzt bis 2018.

Dazu: Pouletbrust gefüllt mit hauseigenem Petersilie-Pesto, einer Scheibe Rauchspeck, geräuchtem schottischen Gourmet-Salz. Aussen auch ein Hauch geräuchtes Salz und eine Portion geräuchte Senfkörner - "Uncle Roy" lässt grüssen. 45 Minuten im Backofen bei etwa 120 Grad bringen ein zartes, feines Gericht mit tollen Geschmacksnoten auf den Teller.

Die feinen schottischen Produkte gibt es bei Anne McKenzie in Einsiedeln. Ich setze sie gerne gezielt beim Kochen ein.

Dienstag, 27. Januar 2015

Ein Ausflug nach Portugal - im Caffètino Vino Richterswil

Draussen Schnee - kalt, brrrrrh! Am Abend dunkel. Was jetzt?

Gemütlich ins Caffètino Vino in Richterswil gehen und ein wenig vom Süden träumen.

Das erste Weinpalaver ist angesagt am kommenden Donnerstag, 29. Januar 2015 um 18.30 h.

Wir machen eine kleine Genuss-Reise nach Portugal in die Weinregion Alentejo. Da entstehen aus vielen autochthonen Rebsorten ganz tolle Weine. Schon einmal von Alfrocheiro gehört? Schon einmal Trincadeira probiert. Wir degustieren diverse schöne Weine aus dem Alentejo - und geniessen ein paar Häppchen aus der Caffètino Küche.

Anmelden und dabei sein: Anmeldung Caffètino - ich freue mich auf eine gemütlich Weinrunde.

Samstag, 24. Januar 2015

Schon im Winter einen Hauch Sommer und Strand geniessen

Draussen ist es kalt - und grau - und Hochnebel mag das Gemüt trüben.

Muss nicht sein!

Zurück lehnen - eine schöne Musik mit Meeresrauschen laufen lassen ... und ein Glas Sauvignon Blanc, Chardonnay oder Pinot Noir von Kina Beach Vineyard einschenken.

Gemütlich sitzen und einfach vom Strand und der Sonne träumen - jawohl. Darf sein!

Die Weine von Kina Beach Vineyard gehören zu den besten Neuseelands. Wer sie kennt mag sie. Wer sie kennen lernen will hat jetzt eine gute Gelegenheit mit dem  Sonder-Gemüts-Aktionspaket.

Details zum Traumangebot von Bona aestimare hier: Wein-Traum Kina Beach

Montag, 19. Januar 2015

Januarloch?

Natürlich sprechen alle über das Januarloch, klar. So von wegen - weniger - weniger Wein?!

Der Grund, warum ich zur Zeit doch die eine oder andere Kleinflasche Bordeaux à 0.375 l geniesse ist allerdings nicht dem Phänomen Januarloch zuzuschreiben.

Kleinflaschen reifen bekanntlich schneller als Normalflaschen oder Magnum. Punkt. Und da einige der Kleinflaschen in meinem Keller lagern mache ich ab und zu den "Fitnesstest". Reif, vorüber oder gar noch nicht so weit?


Heute im Glas - ein kerniger Bordeaux aus St. Estèphe:

Château Tranquoy Lalande 1998 - Cru Bourgeois

Ein klares Purpurrot, noch jugendlich in der Erscheinung. Nach dem Öffnen ein verhaltenes Bouquet, das sich erst mit viel Luft von seiner guten Seite zeigen will. Der Wein zeigt eine Bordeaux-typische Nase. Cassis, Lakritze, schwarze Beeren. Auch im Gaumen anfänglich etwas streng, körnige Tannine. Erst mit dem Atmen kommt die weichere Seite zur Geltung. Wieder einmal zeigt sich, dass die Weine von St. Estèphe Zeit und Reife brauchen. An sich ein schöner Wein für den Alltag. Er mausert sich von den anfänglich enttäuschenen 15 BAP mit der Zeit auf 16 - 16.5/BAP. Ich denke, dass er noch weiter reifen darf. Das Potenzial ist da - vielleicht kommt er auf 17 Punkte? Ich bin gespannt.

Samstag, 17. Januar 2015

Da geht mir ein Licht auf!

Freunde - was habe ich doch für ein schönes Weihnachtsgeschenk erhalten!

Magnum einmal anders. Magnum gleich mehrfach genossen - toll.

Also - der erste Wein, für den das Weingut Castelfeder von Gambero Rosso die sagenhaften "Tre Bicchieri" erhalten hat war der Pinot Bianco Tecum 2010 in der Magnum-Flasche. Limited Edition! Da wurden weniger als Tausend Stück produziert. Bona aestimare hat sich ein paar davon gesichert.  Aber keine mehr da - leider.


Schon die Flasche eine Augenweide! Und der Inhalt? Auch ganz toll. Eine davon haben wir denn auch im Weinclub Ybrig am Gala-Abend genüsslich verkostet. 18/20 BAP - grosse Freude.

Die Flasche leer - was nun? Ich stelle Sie im Degustationslokal auf, weil sie einfach schön ist. Da bleibt sie, bis mich eine mir bekannte junge Dame fragt, ob sie diese haben kann. Na ja, klar doch, sage ich, aber in Ehren halten. Natürlich, sagt sie.

Und dann zu Weihnachten erhalte ich ein schön verpacktes Geschenk. Ziemlich gross. Was ist denn da drin? Halt, nicht schütteln! Auspacken - staunen.

Eine leere Magnum-Flasche Teccum?!?

Nein, keine Enttäuschung! Schön und originell: bei mir geht ein Licht auf - im wahrsten Sinne des Wortes.

Die Magnum ist zurück im Degustationslokal. Noch schöner als vorher. Die Wein-Lampe gibt ein warmes Licht - und Freude. Ein edles Dekorationsstück - zur Nachahmung empfohlen.

Wer selber eine schöne Wein-Lampe haben möchte, vielleicht machen die Künstler auch ein solch schönes Unikat für Dich. Geht mit jeder schönen Flasche als Erinnerung. Höflich fragen :-)

Freitag, 16. Januar 2015

Für einmal will ich auch COOP sein!


... heisst der heutige Beitrag oder:  COOP's Geschenk an die Höngger

Kennen wir doch - Für mich und dich. Und jedes vierte Wochenende 20% auf alle Weine oder so.

Da kommt der neueste Streich des Grossverteilers: im Artikel des Tages Anzeiger vom 10. Januar 2015 lese ich:

Luxuswein vom Grossverteiler - in seiner neuen Filiale in Höngg verkauft Coop einen Wein für 1790 Franken pro Flasche.

Wie denn - was denn?

"Der Lieblingswein superreicher Chinesen heisst Lafite-Rothschild. Eine Flasche Lafite-Rothschild, Jahrgang 2010, kann man derzeit auch in Zürich-Höngg kaufen. Preis: 1790 Franken für 75 Zentiliter."

Aber hallo!

Da kann ich für einmal auch COOP spielen: wer wirklich an dem Wein interessiert ist, bekommt diesen bei Bona aestimare nicht nur jedes vierte Wochenende mit 20 % Rabatt auf den obigen Preis sondern jeden Tag - solange Vorrat - bis Ende März 2015.

Nicht für mich ... aber für Dich - solltest Du Dir diesen Wein leisten wollen. Man gönnt sich ja sonst Nichts!

Freitag, 9. Januar 2015

Die tollen Barbaresco Brüder!

Stimmt! Und zwar gleich in doppelter Hinsicht.

Die beiden Brüder Luigi und Alfredo von Fratelli Grasso produzieren ganz tolle Nebbiolo Weine und im Speziellen sind deren reife Barbaresco-Weine ein grosser Genuss. Die Brüder verstehen ihr Handwerk und bringen wirklich tolle Weine in die Flasche.

Ich habe mit Bona aestimare die hervorragenden Weine von Fratelli Grasso in die Schweiz gebracht. Der Barbaresco San Stunet 2007 zeigt sich in einer schönen Reife und kann zur Zeit noch im Offenausschank des Caffètino Vino in Richterswil genossen werden.

Weil der Wein so gut ist, ist der Jahrgang 2007 auch beinahe schon weg-genossen. Also habe ich den Jahrgang 2008 in die Degustation genommen. Auch der ist nicht ohne, ehrlich gesagt. Im Glas nebeneinander - zwei sehr schöne Weine.

Beide überzeugen voll in Qualität und Genuss. Der 2007er anfänglich fleischiger, stoffiger. Der 2008er mit mehr Frucht und eleganter. Die Entwicklung über die Zeit interessant. Mal zeigt der eine etwas mehr Tannin, dann wieder der andere. Beide schön in der Frucht und geschmeidigen ersten Reife. Von beiden immer wieder ein halbes Glas - beide immer verführerisch gut. Und auch immer wieder positiv erstaunlich: beide reifen Weine halten auch mit zwei Tagen Luft die Qualität - Chapeau!

Im Test nach zwei Tagen das Urteil der beiden Degustatoren: Zwei Mal toll! Zwei Mal 17.5-18/20 BAP mit nur kleinen Nuancen. Und bei beiden Degustatoren eine ganz leichte Präferenz für den 2008er.

Du kannst Dich freuen - er wird kommen. Bis dahin gibt es noch ein paar Flaschen des herrlichen 2007er San Stunet. Und falls wir über die kleinen und feinen Unterschiede jammern wollen, dann ist das Jammern auf sehr hohem Genuss-Niveau.

Montag, 5. Januar 2015

Der Wein vom Fluss - mit schönem Trinkfluss

Auf der Domaine Verena Wyss macht die gleichnamige Schweizer Winzerin seit über zwanzig Jahren ihre eigenen Weine in Gabian im Languedoc Roussillon. Heute im Glas:

La Tonga 2008 - IGP  Vin de Pays d'Oc

Diese Assemblage aus 60% Cabernet Sauvginon und 40% Petit Verdot bietet tollen Genuss. Die Weine der beiden Traubensorten werden separat ausgebaut, gekonnt im Barrique gekeltert. Der Name des biologisch angebauten Weins kommt aus der okzitanischen Sprache für den kleinen nahe gelegenen Fluss Le Thongue. Nomen est Omen: Der La Tonga bietet einen schönen Trinkfluss!

Die Farbe ein dunkles Purpurrot mit violetten und schwarzen Reflexen. Im Glas schöne Kirchenfenster. Im Bouquet zeigt sich ein Terrroirwein. Erdig, kräftig, Gewürz- und Kräuternoten, schwarze Beeren. Er braucht Luft. Gebt ihm eine Karaffe. Im Gaumen wieder ein dichtes Frucht-Extrakt, Kraft, die noch weiteres Potenzial anzeigt. Schwarze Beeren und Kirschen, Kräuter, Lakritze, Cassis. Ein toller Essensbegleiter. 17.5/20 BAP. Jetzt trinken bis 2017. So lange dürfte kaum mehr eine Flasche da sein.

Ich habe noch ein paar wenige Flaschen davon im Keller von Bona aestimare. Vielleicht gebe ich noch ein paar ab. Vielleicht.

Samstag, 3. Januar 2015

94 und noch so fit!

Freunde - der Jahrgang 1994 war im Bordeaux so..so..la..la. Also eher mittelmässig. Sicher kein Klassiker, sicher kein Langstreckeläufer. Bei Weinen, welche noch in Flaschen und Kellern lagern immer wieder die Frage: wie gut, wo stehen sie denn, schon vorbei?

Ein Discounter hat doch kürzlich in der Weihnachstaktion für einen Gruaud Larose geworben - ohne Jahrgang. Bei der Recherche sind im Angebot des Anbieters im Internet dann folgende Degustationsnotizen angezeigt worden: 20 Jahre alter Wein für Liebhaber von gereiftem Bordeaux, ziegelrot mit hellen Rändern (Alter klar erkennbar), leichte Portweinnote, Tannine merklich spürbar und eine deutliche Säure spürbar. Nicht unbedingt, wie ich mir einen guten Wein vorstelle. Und schon gar nicht für CHF 89.99! Nein. Gar nicht. Aber höchstwahrscheinlich 1994.


Ich habe noch ein paar verschiedene Flaschen Bordeaux aus dem Jahrgang 1994 im Keller. Und da bin ich selber immer wieder gespannt. Also heute im Glas:

Château La Croix de Gay 1994 - Pomerol AOC

Erstaunlich schönes, jugendliches Rubinrot. Im Bouquet viel Frucht, florale Noten, rote Rosen, Kirschen, vielschichtig. Im Gaumen wieder eine ausgewogene Frucht mit einer schönen Merlot-Aromatik. Der Wein ist dicht, schön weich, zugänglich und ausgewogen. Die Tannine sind samtig und wie das Holz schön eingebunden.


Dieser Wein bereitet zur Zeit viel Trinkspass. Jetzt ins Glas damit. Er präsentiert sich jetzt sehr schön auch wenn er noch einmal drei bis fünf Jahre Reserven hat. Schöne 17/20 BAP. Die Flasche leer - also guter Genuss!

Sonntag, 28. Dezember 2014

Der Wein aus der Villa


Der Merlot Villa Karneid von Castelfeder aus dem Südtirol gefällt einfach immer wieder wirklich gut.

Die Familie Giovanett vom Weingut Castelfeder bewirtschaftet die Einzellage Villa Karneid ganz im Süden des Südtirols. Dieser Rebberg ist eine besonders gute Lage mit alten Rebstöcken.

Hier werden feinste Lagenweine in kleinen Mengen aus Chardonnay, Pinot Grigio, Lagrein und eben Merlot produziert.

Heute im Glas:

Merlot - Villa Karneid - 2012 - Alto Adige DOC



Schönes Purpurrot mit dunklem Kern. Am Glas zeigen sich klare Kirchenfenster, die einen gehaltvollen Wein erahnen lassen. Der Wein ist einen Tag offen in der Flasche und hat sich enorm schön entfaltet. Im Bouquet Noten vor Kirschen, Mahagoni, etwas Tabak, ein Hauch von frischem Zedernholz, Schokolade und Kakao. Im Gaumen rund mit viel Frucht. Eine tolle Fruchtsüsse die mit einer leichten, frischen Säure abgestützt wird. Wieder Kirschen, Pflaumen, Tabaknoten. Die Tannine präsentieren sich weich und gut eingebunden. Das Holz bringt durch den nur teilweisen Ausbau im Barrique die richtige Balance von Frucht und schönen Röstnoten im Bouqet und Gaumen.


Der Merlot Villa Karneid zeigt sich auch im 12er Jahrgang wieder von seiner ganz schönen Seite. Jetzt schon ein Genuss. Etwas Luft tut ihm gut. Und wer ihn für ein paar Jahre vergisst wird auch dann seine grosse Freude daran haben. 17.5/20 BAP sind gesetzt. Ich bin versucht, bis auch 18/20 BAP zu gehen ganz nach dem JLF-Index. Was das ist? Je leerer die Flasche ..... Freunde, sie ist leer. Leider!

Ich kenne den Merlot der Villa Karneid seit dem Jahrgang 2007. Jedes Jahr ein Genuss. Es gibt noch ein paar Flaschen dieses tollen Weins aus dem Jahrgang 2012 bei Bona aestimare am Lager. Der 2013er ist auch bereits eingetroffen. Ich bin gespannt darauf!

Samstag, 27. Dezember 2014

Diesen Wein schenke ich nicht jedem aus!

Den Wein habe ich vor einigen Jahren kennen gelernt. Eine Trouvaille - eine Rarität! Und ich habe damals ein paar Kartons für Bona aestimare erstanden. Zugegeben - natürlich in der Hoffnung auf ein paar Flaschen auch für mich.

Cuvée Thérèse 2003 - Château St. Estève d'Uchaux - Côtes du Rhone Village

Nein, kein Rotwein. Ein Weisswein aus Viognier ... und was für ein Wein, ein Monument. Der Viognier aus uralten Rebstöcken, die besten Trauben selektioniert und das bei einem Mikroertrag pro Rebstock. Das Terroir mit Muschelkalk übersäht. Der konzentrierte Wein im Barrique ausgebaut. Der Gutsbesitzer und Winzer Marc Francais hat diese Selektion seiner Frau Thérèse gewidmet. Von diesem Wein wurden gerade einmal 1360 Flaschen produziert. Alle sind nummeriert - heute im Glas die Flasche 252.

Ich habe nur noch ein paar ganz wenige davon. Und zugegeben: der Wein ist reif, ganz toll reif und nur etwas für Liebhaber.

Im Glas bernsteinfarben mit orangen Reflexen, klar mit dichten Kirchenfenstern. Das Bouquet betörend mit viel Aprikosen, Dörrfrüchten, Fruchtsüsse, Feigennoten. Im Gaumen vollmundig, dicht im Antrunk, wieder tolle Aprikosenaromatik und Feigennoten, enorm lang im Abgang. 18/20 BAP.

Dieser Wein ist ein Liebhabertropfen. Sehr schön mit einem Mousse de Canard oder Foie Gras mit etwas Ingwerjam. Speziell das Gaumenspiel mit den salzigen Noten, der Schärfe und der Süsse ergibt ein ganz besonderes Genusserlebnis.

Marc Francais hat die Cuvée Thérèse auch im Jahr 2006 in noch kleinerer Produktion von 960 Flaschen gemacht. Dieser Jahrang auch wieder grossartig und noch jugendlich im Glas. Da gehe ich auf 19+/20 BAP. Und ich habe noch ein paar davon. Wer mag ihn einmal mit mir probieren?

Donnerstag, 25. Dezember 2014

What a Xmas delight!


Lange musste sie warten ... diese eindrückliche, schöne Doppelmagnum Château Cissac 1986. Mehrmals umgezogen, lange gelagert, immer wieder in der Grösse bewundert. Und natürlich die Frage ... ist der Wein denn heute auch noch gut?

Château Cissac habe ich in den Anfängen meines Wein-Lernen-Schnuppern kennen gelernt. Kein Blender, kein grosser Name. Aber ... damals ein solider, gut strukturierter Cru Bourgeois. In guten Jahren zuverlässig und im Glas, was man von einem traditionellen, guten Bordeaux aus dem Haut-Médoc erwarten würde.
 
An diesem Weihnachtsfest war es soweit. Zu Ehren der Gastgeberin habe ich die Flasche ursprünglich erstanden und heute - enfin - aufgemacht.

Erst etwas Anstrengung. Der überbreite Zapfen über Jahrzehnte mit Wein getränkt und im ersten Anlauf in der Hälfte zerbrochen. Mit Geduld und Ruhe die zweite Hälfte doch noch in die richtige Richtung statt einwärts nach aussen bewegt.

Im Glas ein schönes, funkelndes Rubinrot, das erstaunlich wenig Reifenoten zeigt. Das Bouquet, wie nur ein schön gereifter Bordeaux riechen kann - so einen Wein könnte man blind zuordnen. Reife Cabernet und Merlot Frucht, schwarze Johannisbeeren, Kirsche, Kräuternoten, das Holz angenehm und deutlich wahrnehmbar. Mit der auf Zimmertemperatur ansteigenden Wärme und ein paar Stunden Luft entwickelt er sich sehr schön. Im Gaumen immer noch präsente Frucht, ausgewogen mit dem Tannin und den Fassnoten. Insgesamt ein schönes Weinerlebnis der besonderen Art. Ich gebe 17/20 BAP.

Und das Festessen dazu? Auch dieses Jahr hat uns Markus wieder mit seinem traditionellen Rindsfilet im Teig verwöhnt. Traditionell und sehr gelungen. Der Teig mit Ei bestrichen und mit Weihnachtssternen dekoriert. Die Füllung mit Rosmarin und Morcheln, das Filet mit Speck umwickelt und auf den Punkt gegart - zartrosa im Kern und butterzart. Kompliment und herzlichen Dank an die beiden Gastgeber!

Ein schönes Weihnachtsfest - gilt die Einladung wieder nächstes Jahr?

Mittwoch, 10. Dezember 2014

Sangiovese am Weinpalaver im Caffètino Richterswil am 11. Dezember 2014

Das nächste Weinpalaver im Caffètino Vino in Richterswil ist bereits morgen am

Donnerstag, 11. Dezember 2014 um 18.30 Uhr -  es hat nur noch ganz wenige Plätze

Der Genussabend ist der Traubensorte Sangiovese gewidmet. Aus dieser Traube gibt es von nichtssagenden Alltagsäften bis zu ganz grossartigen Weinen alles. Wir wollen allerdings nur tolle Weine geniessen.

Die ursprüngliche Heimat des Sangiovese ist Italien und die Toscana. Aus dieser Region probieren wir ein paar ausgesuchte und gereifte Köstlichkeiten.

Und dann gibt es noch einen Wettbewerb. Wir werden nämlich einen Wein "blind" probieren. Wer errät, aus welchem Land dieser Sangiovese kommt, kann eine Flasche Wein gewinnen. Ich bin gespannt, wer drauf kommt!

Na ja, und Weihnachten steht ja auch vor der Tür. Und da kredenze ich noch ein Tröpfchen des heiligen Weins - Vin Santo. Eine Rarität und Kleinproduktion aus dem Jahrgang 2005.

Ein Hauch von Süden am Weinpalaver im Caffètino

Das dritte Weinpalaver im Caffètino Vino in Richterswil im November führte uns zur Entdeckung der Traubensorte Monastrell, wie sie in Spanien genannt wird, und Mourvèdre, das französiche Pendant.

Die beiden Weine aus dem spanischen Jumilla aus dem Jahrgang 2011 mit einem Mehrheitsanteil an Monastrell und der Beigabe von Syrah zeigen eine volle Frucht, Kraft mit einem gekonnten Barrique-Ausbau. Beide gefallen, auf tollem Niveau.

Spannend der Vergleich mit den Weinen aus Bandol. Wir probieren von der Domaine Le Galantin drei Weine: den Bandol Rouge 2010, den Bandol Rouge 2005 und den Bandol Longue Garde 2000. In diesem Vergleich zeigt sich ganz schön die Entwicklung dieser Traubensorte, die bei gutem Ausbau grossartige Weine hervor bringen. Der 2010er im Vergleich zu den fruchtigen Spaniern noch reduktiv und verschlossen. Toll, den gleichen Wein aus dem Jahrgang 2005 zu kosten. Da zeigt sich, wie toll ein am Beginn der Reife stehender Bandol ist. Und dann noch der Longue Garde 2000 - grossartig. Da sind 19/20 BAP (lies 19 von 20 möglichen Bona aestimare Punkten) im Glas. Ein grossartiger Wein, rund, dicht, eine schöne Fruchtsüsse, lang im Abgang. Viel schöner geht's nicht mehr.


 

Aus der wenig bekannten, zweitältesten Appellation Frankreichs kommen grossartige Weine - wer denn die richtigen auswählt und warten mag. Die grossartigen Mourvèdre aus Bandol zeigen erst nach vielen Jahren ihr wahres Potenzial. Am Weinpalaver haben wir einen schönen Eindruck davon bekommen.

Mittwoch, 3. Dezember 2014

Schlangenfängerei und mehr Schein als Sein

Der Weinhandel treibt immer seltsamere Blüten!

Ich staune. Der Wettbewerb scheint immer härter zu werden und die Praktiken der Vermarktung kurioser. Alle möglichen und unmöglichen Weinexperten werden in Hochglanzprospekten abgebildet und bewerten Billigstweine mit Höchstnoten. Bravo, kann ich nur sagen. Die sind gut, wenn die solche Weine finden.

Nun, das Weihnachtsgeschäft steht an. Von allen Seiten kommt Wein-Werbung an. Prospekte flattern ins Haus.Von der Discount-Kette Lidl landet bei mir das Deluxe Angebot auf dem Tisch. Château Gruaud Larose - Saint Julien Grand Cru Classé. Bewertung 17 Punkte - Punkte von wem? Der angebliche Deluxe-Schnäppchenpreis: Fr. 89.99!!!

Nach einem Jahrgang im Angebot suche ich vergebens. Ist das ein guter, mittelmässiger, schlechter Jahrgang? Ist der Wein zu Weihnachten trinkbar oder sollte er besser noch ein paar Jahre gelagert werden?

Ich staune immer noch, immer mehr und immer wieder. Im Fachhandel bekommen Sie Beratung. Im Fachhandel bekommen Sie schöne, gute, trinkreife Jahrgänge. Und der Preis?

Bei Bona aestimare erhalten Sie den tollen Château Gruaud Larose 2006 - Saint Julien Grand Cru Classé zu einem Normalpreis von Fr. 67.50 - und zu unserem 5-jährigen Jubiläum als Aktionspreis Fr. 57.10 beim Kauf von 6 Flaschen.

Einfach, klar, transparent. Gönnen Sie sich eine gute Flasche. Der 2006er ist toll am Anfang der Trinkreife und mit etwas Luft in der Karaffe ein grosser Genuss.

P.S. Als ich das letzte Mal den 2006er Gruaud Larose im Glas hatte gab ich ihm
18 Bona aestimare Punkte  :-)

Montag, 17. November 2014

Ein himmlisches Dinner zu Allerheiligen im Himmelsääli

Am Wochenende vom 1. und 2. November 2014 hatte Bona aestimare im Hotel Engel in Wädenswil die grosse Herbstdegustation. Als Gast durften wir dieses Mal Sabine Brenner vom Weingut Castelfeder aus dem Südtirol begrüssen.

Am Samstag Abend gab es zum dritten Mail das Gourmet Wine & Dine im Engel. Küche und Service verwöhnten uns mit einem köstlichen Vier-Gang-Menü mit ausgesuchten Weinen:



Apéritif

Champagner Esterlin Brut Exclusif
  
Menue

Kürbisravioli mit Walnüssen
und Kürbiskernöl

Castelfeder – Pinot Bianco „Vom Stein“ 2012

 ***
Kartoffel-Lauchsuppe
und Wädenswiler Trüffel

Castelfeder – Sauvignon Blanc „Raif“ 2013

***
Mit Kräutern überbackenes Lammcarrée
an Bramata Polenta und Herbstgemüse

Castelfeder - Pinot Nero „Burgum Novum Riserva“ 2007
Fratelli Grasso – Barbaresco „Bricco Spessa“ 2004

***
Hausgemachtes Kokos Panna Cotta
mit Mangosorbet und Schoggi Crumble

Castelfeder – Gewürztraminer Passito „Endidae“ 2011



Die Vorstellung des Weinguts Castelfeder vor dem Hauptgang ist auf grosses Interesse gestossen.

Das fröhliche Stimmengewirr der zahlreichen Gäste hat gezeigt, dass diese den Abend genossen haben.

Ein Kompliment an die Küche und ein Dank an Bruno Cogliati und sein Team vom Engel.

Mittwoch, 12. November 2014

Reise zum unerwarteten Genuss

Als mein Nachbar und Kollege von Druesberg Reisen mir mitteilte, dass er noch freie Plätze auf der Busreise nach Milano hat, habe ich spontant zugesagt. November, Regen - egal. Milano hat viel zu bieten. Vor allem auch italienische Küche und lukullische Genüsse.

Eine angenehme Fahrt, Ankunft am späteren Morgen, ein Caffè Macchiato, den Dom anschauen, gemütlich durch ein paar Gassen schlendern, Ausschau halten nach einem originellen, authentisch italienischen Restaurant. Adlerauge sieht in der Via M. Gonzaga das Ristorante dal 1958 "da Bruno".

Einladend. Hinein! Das Lokal wird fast nur von einheimischen Stammgästen frequentiert, die erkannt und begrüsst werden. Als Neugast erhalte ich trotzdem einen Tisch - was für ein Glück. Wenig später schon geht es zu und her wie in einem Bienenhaus und alles scheint bis auf den letzten Platz besetzt. Etwas schräg, durchaus Italianità verbreitend. Das feine Menü bestellt.

Wein? Schwierig. Die Karte gibt nicht viel Informationen her. Mein Blick auf die Gestelle enthüllt mehrheitlich junge Jahrgänge von diversen Weinen. Meine Frage an den Kellner, ob es denn etwas Gereifteres im Restaurant hat wird mit emsigem Kramen im Regal beantwortet. Hervor kommt ein Toscana IGT 2008. Irgendwo im Internet schon gesehen. Noch nie gehabt. Also her damit. Der Kellner bringt eine Karaffe, was darauf hindeutet, ich könnte da etwas Wichtiges vor mir haben. Das sollte sich bewahrheiten:

San Benedetto - Toscana Rosso IGT - Japigo 2008: ein tiefes Purpurrot mit schwarzen und violetten Reflexen, das immer noch Jugendlichkeit anzeigt. Im Bouquet ein Strauss von angenehmen Aromen, viel Frucht von roten und schwarzen Beeren, Tabak, Ledernoten, Wärme, Heu. Im Gaumen sehr konzentriert, wiederum viel Frucht, balanciert trotz der Kraft, langer Abgang. Da kommt Freude auf. Diese Assemblage aus Sangiovese, Merlot und Cabernet mit einem 12-monatigen Barrique-Ausbau ist ein grosser Wein. Ich gebe 19 / 20 BAP für das Genusserlebnis. Eine tolle Ergänzung zur Tagliata Speziale alla Tosca - feinem Rindfleisch mit frischen Artischocken bedeckt. Der Wein ist so gut, dass ich die Azienda Agricola San Benedetto kennen lernen möchte. Vielleicht demnächst mehr dazu bei Bona aestimare.

Und wer einmal die Reise nach Milano machen möchte, im Frühling gibt es sicher wieder einen Ausflug in den Süden mit Druesberg Reisen - es lohnt sich.