Donnerstag, 25. Dezember 2014

What a Xmas delight!


Lange musste sie warten ... diese eindrückliche, schöne Doppelmagnum Château Cissac 1986. Mehrmals umgezogen, lange gelagert, immer wieder in der Grösse bewundert. Und natürlich die Frage ... ist der Wein denn heute auch noch gut?

Château Cissac habe ich in den Anfängen meines Wein-Lernen-Schnuppern kennen gelernt. Kein Blender, kein grosser Name. Aber ... damals ein solider, gut strukturierter Cru Bourgeois. In guten Jahren zuverlässig und im Glas, was man von einem traditionellen, guten Bordeaux aus dem Haut-Médoc erwarten würde.
 
An diesem Weihnachtsfest war es soweit. Zu Ehren der Gastgeberin habe ich die Flasche ursprünglich erstanden und heute - enfin - aufgemacht.

Erst etwas Anstrengung. Der überbreite Zapfen über Jahrzehnte mit Wein getränkt und im ersten Anlauf in der Hälfte zerbrochen. Mit Geduld und Ruhe die zweite Hälfte doch noch in die richtige Richtung statt einwärts nach aussen bewegt.

Im Glas ein schönes, funkelndes Rubinrot, das erstaunlich wenig Reifenoten zeigt. Das Bouquet, wie nur ein schön gereifter Bordeaux riechen kann - so einen Wein könnte man blind zuordnen. Reife Cabernet und Merlot Frucht, schwarze Johannisbeeren, Kirsche, Kräuternoten, das Holz angenehm und deutlich wahrnehmbar. Mit der auf Zimmertemperatur ansteigenden Wärme und ein paar Stunden Luft entwickelt er sich sehr schön. Im Gaumen immer noch präsente Frucht, ausgewogen mit dem Tannin und den Fassnoten. Insgesamt ein schönes Weinerlebnis der besonderen Art. Ich gebe 17/20 BAP.

Und das Festessen dazu? Auch dieses Jahr hat uns Markus wieder mit seinem traditionellen Rindsfilet im Teig verwöhnt. Traditionell und sehr gelungen. Der Teig mit Ei bestrichen und mit Weihnachtssternen dekoriert. Die Füllung mit Rosmarin und Morcheln, das Filet mit Speck umwickelt und auf den Punkt gegart - zartrosa im Kern und butterzart. Kompliment und herzlichen Dank an die beiden Gastgeber!

Ein schönes Weihnachtsfest - gilt die Einladung wieder nächstes Jahr?